Kosten für Spritzgusswerkzeuge ermitteln

Die Kosten für ein Spritzgusswerkzeug erscheinen jedem Branchenneuling zunächst unverhältnismäßig hoch. Für Fachleute und Spezialisten der Werkzeugbranche ist klar, dass bei der Einzelfertigung eines Werkzeugs 1000 Arbeitsstunden schnell verbraucht sind. Werkzeugmaschinen haben ihren Preis und echte Präzision ist ein hoher Anspruch.

Warum ist das so kompliziert?

Werkzeugkosten variieren stark abhängig von der Teilegeometrie und der geplanten Serienstückzahl. Werkzeuge aus Stahl sind teurer als aus Aluminium. Serienwerkzeuge sind teurer als Musterwerkzeuge. Werkzeuglieferanten sind spezialisiert z. B. auf Teileklassen, Bauteilgrößen, Branchen oder Kunststofftypen. Die Vielfalt ist verwirrend.

Die tatsächlichen Kosten und Lieferzeiten lassen sich über konkrete Anfragen bei einigen Lieferanten ermitteln. Die Angebote, die darauf folgen, sind häufig ernüchternd. Preisdifferenzen von 50% und mehr sind normal. Lieferzeiten variieren zwischen einigen Wochen und vielen Monaten, je nach Marktlage. Und die günstigsten Anbieter mit den kürzesten Lieferzeiten sind selten die besten.

Es gibt nicht DEN günstigsten Werkzeuglieferanten.

Für jede spezielle Anforderung lassen sich aber gute Lieferanten finden.

Um die tatsächlichen Werkzeugkosten zu ermitteln, sollten Sie diese bei geeigneten Lieferanten anfragen. Viele Einkäufer streuen ihre Anfragen und berücksichtigen immer mehrere Werkzeuglieferanten. Auf die Weise bekommen sie auch einen Überblick über die aktuelle Marktlage in Bezug auf Kosten und Lieferzeiten. Je nach Konjunkturlage schwanken die Preise und die Lieferfähigkeit der Werkzeughersteller.

Für eine Anfrage benötigen Sie:

  • Die Artikelkonstruktion als 3D-CAD-Datei und möglichst eine Zeichnung mit Qualitätsangaben
  • Materialangaben
  • Stückzahlen

Mit dem Angebot erhalten Sie:

  • Den Werkzeugpreis
  • Teilepreise abhängig von den Losgrößen
  • Einen Liefertermin

Erfahren Sie mehr über:

-> Kalkulation und Kostenrechnung

-> Anfragen und Angebote

-> Kalkulations-Software

-> Werkzeug Lieferantenliste

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?

Komplexität des Spritzteils

Komplexe Artikel mit vielen Details und umfangreichen Funktionen erfordern mehr Aufwand in der Werkzeugkonstruktion und im Werkzeugbau. Das Werkzeugkonzept für die Formgestaltung und Entformung wird komplexer und damit auch der gesamte Werkzeugaufbau. Die Konstruktion und Herstellung der Formeinsätze, Kerne und Schieber mit Kühlkanälen und Anguss-System können dann um die 80% der gesamten Werkzeugkosten ausmachen.

Genauigkeit

Präzision ist bei Kunststoffteilen ein hoher Anspruch. Die spezifischen Eigenschaften der Kunststoffe führen prinzipiell zu Ungenauigkeiten an den Bauteilen. Kleine Toleranzen sind machbar, benötigen aber zusätzliche Arbeitsgänge wie Maßabstimmungen und Korrekturschleifen an den Werkzeugen.

Bauteilgröße

Große Teile brauchen große Werkzeuggestelle und für die Bearbeitung der Formplatten und Formeinsätze größere Bearbeitungsmaschinen. Der reine Materialpreis der Werkzeuggestelle macht nur einen Teil der Mehrkosten aus. Die Bearbeitungszeit und das gesamte Handling der Werkzeugkomponenten wird aufwändiger.

Stückzahlen

Spritzgusswerkzeuge könnenn viele Millionen Teile produzieren. Ab einer Stückzahl von etwa 10.000 pro Jahr können mehreren Kavitäten profitabel werden. Dadurch steigen die Werkzeugkosten. Gleichzeitig sinken die Teilepreise, weil mit jedem Produktionszyklus mehrere Teile gespritzt werden.

Nach Umlage der Werkzeugkosten auf den Teilepreis rentieren sich Mehrfachwerkzeuge, wenn die Stückzahlen hoch genug sind.

Werkzeugauslegungen von 2-fach, 4-fach oder 8-fach kommen häufig vor. Massenprodukte erlauben sogar 128 Kavitäten in einem Werkzeug für ein Teil, das mit 400 Millionen Stück pro Jahr gefertigt wird.

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